Wohnflächenbedarf und Designtrends beeinflussen zunehmend Angebot und Nachfrage

24.04.2019 | Immobilienmarkt

Mikroapartment, Tiny House oder kompakte Wohnung mit minimalistischer Architektur? Getrennt wohnen oder gemeinsam unter einem Dach? Wie leben Alte, Zuwanderer, Familien und Paare in Zukunft? Wohin entwickelt sich der Immobilientraum der Deutschen? Sicher ist, dass die Wohnwünsche vielfältiger werden und die Ansprüche bezüglich der Wohnqualität steigen. Bemerkenswert ist der Wandel der Wunschgröße. Neben den Anforderungen an das zur Verfügung stehende Budget machen die meisten Menschen die Wohnungsgröße abhängig von ihrem persönlichen Lebensmodell. Paare entdecken zunehmend, dass sie in zwei kleinen Haushalten besser und flexibler wohnen als in einer gemeinsamen Wohnung. Ältere Menschen tauschen immer öfter das Haus auf dem Land gegen die Wohnung in der Stadt. Fest steht auch, dass Mietwohnungen deutlich kleiner sind als Wohneigentum.

Die Durchschnittswohnung hat drei Zimmer

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) hat derzeit die deutsche Musterwohnung drei Zimmer und verfügt über eine Wohnfläche von 91 Quadratmetern. In einigen westlichen Flächenländern stehen in den Wohnungen 96 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung, in den neuen Bundesländern allerdings nur 79 Quadratmeter. Berliner und Hamburger wohnen im Schnitt auf 74 Quadratmetern. Zwischen Eigentümer-Wohnungen und Mietwohnungen sind in Deutschland hinsichtlich der Wohnungsgröße enorme Unterschiede zu verzeichnen: von Eigentümern selbst bewohnte Wohnungen messen stattliche 118 Quadratmeter im Durchschnitt. Dem gegenüber begnügen sich Mieter hierzulande mit durchschnittlich 71 Quadratmetern.

Große Unterschiede bei Zugehörigkeit zu sozialen Gruppen

Senioren verfügen in Deutschland über die größten Wohnungen – Paare im Rentenalter kommen im Durchschnitt auf 120 Quadratmeter Wohnfläche. Dem gegenüber müssen sich viele Menschen mit deutlich kleineren Wohnungen begnügen. Knapp 1,5 Millionen Singles haben weniger als 40 Quadratmeter kleine Wohnungen. Über 330.000 Haushalte mit Kindern unter 18 Jahren leben laut Destatis auf weniger als 60 Quadratmetern. Etwa 1,5 Millionen Haushalten mit Kindern stehen Wohnflächen zwischen 60 und 80 Quadratmetern zur Verfügung.

Junge Singles und Zuwanderer ziehen in die Städte

Aus einer neuen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) geht hervor, dass die Großstädte besonders bei jungen Menschen hoch im Kurs stehen. Dadurch wächst die Bevölkerung in den Großstädten weiter stark an. Berufseinsteiger, Studierende und Zuwanderer zieht es besonders häufig in die Städte. Problematisch wird die Situation zunehmend für Familien. Die kleine Zahl großer Wohnungen und die steigenden Preise sorgen für eine Abwanderung der Familien an den Stadtrand oder in die Peripherie.

Ältere Menschen wollen sich immer öfter verkleinern

Es gibt hierzulande eine deutlich steigende Zahl älterer Menschen mit dem Wunsch nach Reduzierung der Wohnungsgröße. Die Kinder sind aus dem Haus, die Nebenkosten sind hoch. Bei Eigentum kommen Reparaturen und Wartung hinzu, aber auch die laufende Pflege der Wohnräume und Gärten ist kostspielig und bedeutet Aufwand. Schwierig ist die Situation für Verkaufswillige, denn die Nachfrage nach großen Bestandswohnungen oder – häusern mit veralteter Innenarchitektur ist auch bei Familien gering. Die Immobilien befinden sich häufig zu weit ab vom Schuss, die Optik ist nicht mehr ansprechend, Umbaukosten für eine zeitgemäße Ausstattung sind sehr hoch und der Platzbedarf entspricht nicht mehr den heutigen Vorstellungen. Viele dieser überdimensionierten Wohnimmobilien können nur noch mit hohen Preisabschlägen verkauft werden.

Familien haben neue Anforderungen an Wohnqualität

Heutzutage wünschen sich Familien – wie auch alle anderen Zielgruppen – moderne Wohnungen mit klaren Linien und offenen Grundrissen. Lagen werden bevorzugt, in denen Schule, Freizeit- und Einkaufsmöglichkeiten fußläufig erreichbar sind. Durch radikale Veränderungen der Designtrends und neue Ansprüche hinsichtlich der technischen Ausstattung werden große Gebrauchtimmobilien immer unattraktiver. Smart Home, moderne Sanitärausstattung, ressourcenschonende Haustechnik und diskrete Optik sind für Familien ebenso wichtig wie kleinere Wohnflächen. Qualität schlägt Quantität – die Größe der Wohnfläche hat an Bedeutung verloren, viel wichtiger sind die inneren Werte.

 

 

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